Superfoods bei Vitaminmangel

Seit einigen Jahren gibt es Superfood. Dabei handelt es sich in erster Linie um einen Marketingbegriff. Meist werden dann die Gesundheitsvorteile, zum Beispiel ein hoher Gehalt an Vitaminen, bei einem Lebensmittel hervorgehoben. Und meist sind es eher exotische oder noch nicht so bekannte Lebensmittel und sehr häufig eben auch welche, die man auch (teuer) in Pulverform anbieten können. Seltsamerweise kommt niemand auf die Idee eine Banane als Superfood anzupreisen, vielleicht weil diese dafür einfach zu günstig ist?

Hier einige Superfood Lebensmittel

Acai-Beeren

Die Açai-Beere wird oft als Superfood bezeichnet. Das Fruchtfleisch des Obstes enthält antioxidativ wirksame Substanzen. Allerdings ist ein Nachweis dadurch hervorgerufenen gesundheitlichen Nutzens beim Menschen noch nicht erbracht worden.

Goji-Beeren alias Gemeienr Bocksdorn

Gemeiner Bocksdorn klingt irgendwie so gar nicht nach Superfood, daher wird dieser gerne als Goji-Beere angepriesen. Diese sollen besonders nährstoffreich sein, liefern aber eigentlich nur ebenso Vitamine und Mineralstoffe wie auch anderes Obst. Da die Goji-Beeren eine große Menge an Antioxidantien enthalten, die vor freien Radikalen schützen, wird Gemeiner Bocksdorn auch als natürliche Anti-Aging-Quelle vermarktet. Dabei kann man über dieses Lebensmittel sagen. Gesund ja, Vitamine und Mineralien sind drin, sicherlich kann es mit auf den Speiseplan, aber etwas wirklich besonderes ist es eben nicht.

Chiasamen oder die heimischen Leinsamen

Chiasamen sind auch so ein Ding. Auch in Bezug auf Chiasamen gibt es viele Versprechungen, und es ist tatsächlich so, dass sie eine gute Quelle für mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Proteine sind. Ihr Nährstoffgehalt und ihre Wirkung auf die Verdauung sind allerdings vergleichbar mit den in Europa heimischen Leinsamen. Die damit entweder auch Superfood sein müssten, oder eben Chiasamen zu dem machen, was diese sind: Gesund ja, aber sicherlich nicht übernatürlich gesund. Übrigens: Aus Leinsamen wird auch Leinöl hergestellt, ebenfalls sehr gesund.

Heidelbeere gesund und sehr lecker

Ein Superfood ist übrigens auch die Heidelbeere. Der Heidelbeere werden die Eigenschaften eines Superfood zugeschrieben. Dies lässt sich zum einen darauf zurückführen, dass Heidelbeeren reich an Anthocyanen sind. Diese sollen das Wachstum krebsartiger Zellen im Dickdarm verlangsamen und diese sogar abtöten können. Des Weiteren enthalten Heidelbeeren weitere Antioxidantien, die in Tierversuchen dem altersbedingten Gedächtnisschwund vorbeugen und ihn zum Teil umkehren konnten. Bekommt man in der Heidelbeeren Saison frische Beeren, sollte man also durchaus zuschlagen.

Vitaminreiche Lebensmittel – Hauptsache Bunt

Es gibt nicht DAS Obst oder DAS Gemüse, dass alle Nährstoffe, Vitamine und Mineralien oder Spurenelemente in sich hat, so dass es ausreichen würde, jeden Tag genügend davon zu essen. Daher wird immer auch empfohlen bunt zu essen und dabei die Farben des Regenbogens abzudecken. Einige wichtige Vitamine oder auch Spurenelemente kommen auch gar nicht in Obst oder Gemüse vor (oder in zu geringen Mengen), zum Beispiel findet sich das Vitamin B12 beinahe ausschließlich in tierischen Lebensmittel (den Sonderfall, dass es auch in Sauerkraut vorkommt lassen wir mal aus) und Eisen, zwar kein Vitamin, aber eben auch sehr wichtig, nimmt man ebenfalls besser aus tierischen Quellen zu sich. Und die besten Quellen von Vitamin D sind (eben natürlichem Sonnenlicht) eben fette Fischsorten.

Sich bei einer angestrebten gesunden Ernährung auf ein Superfood, Superobst oder Supergemüse zu versteifen, wäre also nicht sehr ausgewogen.

Regelrechte Vitaminbomben

Es gibt aber durchaus Lebensmittel, die als regelrechte Vitaminbomben gelten, wenn man eben eins der 13 essentiellen Vitamine isoliert betrachtet. Für Vitamin C gibt es folgende Vitaminbomben: Kiwi, schwarze Johannisbeere und rote Paprika. Bei Vitamin A wäre das sicherlich, wenn man auch das Beta Carotin betrachtet, die Karotte.

Vitaminreiche Lebensmittel Überblick

Diese Liste der vitaminreichen Lebensmittel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Und ein falsch zubereitetes Lebensmittel kann sämtliche Vitamine verloren haben, das gilt auch für totgekochtes Gemüse oder Saft, der zu lange Licht und Sauerstoff ausgesetzt war.

  • Vitamin A: Eigelb, Leber, Vollmilch, Spinat, rote Paprika, als Beta Carotin in Karotten.
  • Vitamin B1: Schweinefleisch, Erbsen, Vollkornprodukte
  • Vitamin B2: Milchprodukte, Käse, Fleisch, Fisch, Brokkoli
  • Vitamin B3 (Niacin): Leber, Fleisch, Ei, grünes Blattgemüse
  • Vitamin B5 (Pantothensäure): Leber, Sonnenblumenkerne, Pilze
  • Vitamin B6: Fleisch, Milch, Avocado, Banane, Kartoffeln, Walnüsse
  • Vitamin B7 (Biotin): Hefe, Leber, Eigelb, Linsen
  • Vitamin B9 (Folat): Orangen, Salat, Kohl, Spinat, Vollkornprodukte
  • Vitamin B12: Fleisch, Leber, Ei, Fisch, Milchprodukte
  • Vitamin C (Ascorbinsäure): Schwarze Johannisbeere, Sanddorn, Paprika, Grünkohl, Brokkoli, Zitrusfrüchte (Orangen, Zitronen), Kiwi
  • Vitamin D: fette Fischsorten (Aal, Lachs) – Vitamin D kann vom Körper mit Hilfe von UV-Einstrahlung selbst hergestellt werden
  • Vitamin E: Nüsse, Pflanzliche Öle, Butter, Ei
  • Vitamin K: Spinat, Kohl, grüner Salat, Brunnenkresse.

Also: Bunt essen!