Vitaminmangel und das Problem mit unserer Nahrung

Vitamine sollten wir über eine gesunde und abwechslungsreiche Nahrung zu uns nehmen. Allerdings gibt es da wohl ein Problem:

Früher war alles besser, trifft auch auf den Vitamingehalt in unserer Nahrung zu.

Was den Anteil an wichtigen Vitalstoffen in unserer Nahrung betrifft, gibt es wohl einen Minustrend. Obst und Gemüse, so hat es auch eine amerikanische Studie herausgefunden, verlieren immer mehr an Nährstoffen.

Heißt überspitzt: Früher reichte ein Apfel, um sich mit wichtigen Vitaminen zu versorgen, heute benötigt man derer zwei und das liegt nicht daran, dass die Gesellschaft für Ernährung die Richtwerte für die Empfohlene Vitaminmenge pro Tag nach oben gesetzt hat.

Beim Apfel ist es wohl so, dass diese etwa 40 Prozent an Vitamin A verloren haben und sogar 80 Prozent Vitamin C. Paprika hat 31 Prozent weniger Vitamin C als früher und bei Brokkoli sind die Verluste an Eisen und Calcium wohl dramatisch.

Woran liegt das?

Anbau – Schneller, Größer, Weiter?

Zum einen sicherlich auch an der Art und Weise wie heute Obst und Gemüse angebaut werden, nämlich auf Quantität statt Qualität. Der Apfel soll schneller größer werden und das geht natürlich auch auf Kosten seiner Inhalte. Um mehr Ernten zu erhalten, wird mehr gedüngt. Oft wächst Gemüse nur im Treibhaus und sieht kaum die Sonne. Aber auch Trends, die zur Zucht von kernlosen Weintrauben sorgen, für rote Äpfel oder nicht-krummen Gurken, tun ihr übriges.

Weniger Vitamine durch Transport und Lagerung

Lange Transportwege tun dann ihr übriges, damit Vitamine, Mineralstoffe und auch Spurenelemente auf der Strecke bleiben.

Wir verzichten auf das kostbarste: Die Schale.

Geschälter Reis schmeckt uns besser als ungeschälter. Geschälte Äpfel lassen sich leichter kauen. Aber leider sitzen die meisten wichtigen Nährstoffe eben da, in der Schale, die wir wegwerfen (ähnliches gilt auch für die Kerne bzw. das Kerngehäuse gerade beim Apfel).

Ausgelaugte Ackerböden

Früher gab es die drei Felderwirtschaft. Ein Feld hatte Ruhe, es wurde nicht immer das gleiche angebaut. Durch übermäßigen Ackerbau sind unsere Böden im Laufe der Zeit immer mehr an Nährstoffen verarmt, worauf diese schließlich unfruchtbar werden. Die dann eingesetzten Grund-Düngermittel enthalten wenige, manchmal nur drei Mineralstoffe (Phosphor, Kalium, Magnesium), welche gerade einmal ausreichen, damit Pflanzen überleben und hübsch aussehen. Diese werden dann auch mit Hilfe von Pflanzenschutzmitteln überlebensfähig gemacht.

Falsche Zubereitung

Und natürlich ist es auch oft so, dass wir Vitamine und anderen kostbaren Inhaltsstoffen durch die falsche Zubereitung den Garus machen. Da wird das Gemüse totgekocht oder wichtige Vitamine mit dem Kochwasser weggeschüttet (gerade bei Kochbeutelreis). 85 Prozent der Vitamine und Mineralstoffe gehen in der Mikrowelle verloren, fast 50 Prozent beim normalen Kochen. Auch beim Schälen von Obst und Gemüse gehen uns durch das Nicht-essen der Schale wichtige Nährstoffe verloren.